Absolutes Mehr ist oft ein Etikettenschwindel

plädoyer 03/2018 vom

Wahlen · Nur noch wenige Deutschschweizer Kantone halten an einem richtigen absoluten Mehr fest. Das hat beträchtliche politische Auswirkungen.

Systemwechsel: Der Nidwaldner Landrat beschloss 2017, das absolute Mehr tiefer anzusetzen (Bild: CORINNE GLANZMANN /LUZERNER ZEITUNG)

Systemwechsel: Der Nidwaldner Landrat beschloss 2017, das absolute Mehr tiefer anzusetzen (Bild: CORINNE GLANZMANN /LUZERNER ZEITUNG)

Ende März wurde im Kanton Bern der Regierungsrat gewählt. Nach dem Wahlsonntag war bereits alles entschieden und sämtliche Regierungsratssitze waren besetzt. Das hat mit dem dort verwendeten absoluten Mehr zu tun. Würde Bern mit einem echten absoluten Mehr wählen, wäre ein zweiter Wahlgang nötig geworden. Wie zum Beispiel in Obwalden. 

Dort kam es am 8. April bei den Regierungsratswahlen zu einem spannenden zweiten Durchgang. Drei Kandidaten stritten sich um die beiden noch freien Sitze in der Regierung. Sie alle hatten im ersten Wahlgang das absolute Mehr verpasst. Dass es im Kanton Obwalden zu einem zweiten Durchgang kam, hat damit zu tun, dass hier noch mit einem richtigen absoluten Mehr gewählt wird. [...]

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