Brief aus Edinburgh

plädoyer 06/2017 vom

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An der Universität Luzern ­realisierte ich in meinem Jusstudium schon bald, dass ich einen Blick über den Tellerrand des Schweizer Rechts wagen wollte. Deshalb beschloss ich, als krönenden Abschluss meines Masterstudiums ein Auslandsemester anzutreten. Ich wählte die schottische Hauptstadt. Die University of Edinburgh besitzt ein ausgezeichnetes akademisches ­Renommee und gehört zu den weltweit zwanzig besten Law Schools. Edinburgh überzeugt aber nicht nur durch universitäre Bestnoten. Die Stadt ist ein Fest fürs Auge.

An der Uni besuchte ich die Vor­lesungen WTO Law und Legal ­English. Das juristische Englisch ist nicht zu unterschätzen. Dank dem interaktiven Unterricht in kleinen Gruppen von 15 bis 20 Personen und den vielen kleinen schriftlichen ­Arbeiten, die parallel zu den Vor­lesungen verfasst werden, ist der Lernfortschritt hoch. Ich bekam schliesslich sogar die Möglichkeit, einen Aufsatz im Bereich International Environmental Law für eine studentische Fachzeitschrift der Universität zu verfassen.

Der Studienalltag weist im ­Vergleich zur Schweiz grosse Unterschiede auf. Die University of ­Edinburgh mit über 40 000 Studenten ist im Gegensatz zur Uni Luzern um ein Vielfaches grösser. Trotzdem fühlte ich mich nie verloren. 

Nebst dem normalen Vorlesungsalltag nahmen die ausserfakultären Angebote der Uni einen wichtigen Stellenwert ein. Die Auswahl ist ­riesig. Die Uni zählt nebst 60 Sportvereinen über 280 Societies. Vom ­Debattierclub bis hin zum universitären Bierbrauverein ist alles ­vertreten.

Ein Austauschsemester ist mit ­einem gewissen administrativen und finanziellen Aufwand verbunden. Durch das Swiss-European Mobility Exchange Program haben die ­schweizerischen Universitäten die Möglichkeit, einen solchen Austausch finanziell zu unterstützen. Ich kann ein Austauschsemester wärmstens empfehlen. Meine Schottland-Erfahrung ist ohne Zweifel eine der besten, die ich bisher gemacht habe – sowohl aus persönlicher wie auch akademischer Sicht.

Monika Plozza, 26, absolvierte ihren Bachelor und Master of Law an der Universität Luzern. Nach dem Auslandsemester in Edinburgh wird sie in Luzern mit einer Dissertation beginnen. 

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