Bücher: Massnahmenvollzug

plädoyer 03/2019 vom

von

Strafrechtliche Massnahmen ­gewinnen weiter an Bedeutung. Die Idee einer Sammlung interdisziplinärer Beiträge zu diesem Thema ist begrüssenswert. Bloss: Die Zusammen­fassungen empirischer Studien und die Texte der Psychiatrieexperten zum Stand ihrer Wissenschaft wecken wenig Vertrauen in den Massnahmenvollzug: Es scheint bei den ­damit beauftragten Behörden, Institutionen und Therapeuten kaum einen Konsens über ihre Arbeit zu geben. Entsprechend fehlt ein einheitliches Vorgehen. Zudem ist für Ausgestaltung und Dauer einer Massnahme sowie für die Gewährung von Vollzugslockerungen offensichtlich immer noch die politische Grosswetterlage mitentscheidend. Einen kritischen Überblick über den Stand von Lehre und Praxis zu den Nachverfahren liefert Marianne Heer.

Bewertung: Praktischer ­Leit­faden und rechtspolitische ­Argumentationshilfe. 

Massnahmenvollzug
Marianne Heer, Elmar ­Habermeyer, Stephan ­Bernhard (Hrsg.) 
Wege und Irrwege stationärer Massnahmen nach Rechtskraft des Strafurteils
Stämpfli, Bern 2018, 
186 Seiten, Fr. 49.–

0

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Artikel verwalten

Dieser Artikel ist folgenden Themen zugeordnet

Weitere Artikel zum Thema

Bücher: Menschenrechte

plädoyer 03/2019 vom 27. Mai 2019

In einer Zeit, in der sich politische Schwergewichte nicht um Menschenrechte kümmern, ist eine Bestandsaufnahme der Grundlagen des Menschenrechtsschutzes ein kostbares ­Instrument. Die vierte Auflage dieses umfassenden Werks erbringt diese Leistung in ­optimaler Weise: mit einer gut zugänglichen Sprache, übersichtlichen Vertiefungen und Beispielen ­sowie einer Vielzahl von Zitaten und Hinweisen auf gegen 1500 Entscheide inter­nationaler und regionaler Gerichte und ­Instanzen. weiterlesen...

Bücher: Demokratie

Bücher: Obligationenrecht