Ein offenes Ohr kann die Lage entspannen

plädoyer 03/2018 vom

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Querulanten · Richterinnen und Richter sind immer wieder mit zermürbten und zornigen Parteien konfrontiert. Mündliche Verfahren und geduldiges Zuhören können helfen, eine Eskalation und juristische Leerläufe zu vermeiden.

Peter Diggelmann, Zürcher Oberrichter (Bild: )

Peter Diggelmann, Zürcher Oberrichter (Bild: )

Nennen wir ihn Daniel Berger, er trägt in Wirklichkeit einen anderen Namen, doch sein Fall ist real. Berger ist ein älterer, alleinstehender Schweizer, der es nicht einfach hatte im Leben. 2005 wurde er vom Notfallpsychiater gegen seinen Willen in eine Klinik eingewiesen – aufgrund eines gerichtlichen Entscheids kam er wieder frei. Zurück in der Freiheit musste sich der unfreiwillig Eingewiesene mit Forderungen seiner Krankenkasse herumschlagen, welche die Rechnung für die Hospitalisierung nicht übernehmen wollte. Es habe sich ja im Nachhinein per Gerichtsentscheid ­herausgestellt, dass der Spitalaufenthalt medizinisch nicht indiziert gewesen sei, argumentierte die Kasse. Die absurde Auseinandersetzung zermürbte und erzürnte den vorher schon angeschlagenen Mann nachhaltig.

Jahre später kam es erneut zum Konflikt mit der gleichen Krankenkasse; dieses Mal betrieb sie ihn für eine Monatsprämie der ­obligatorischen Krankenversicherung. Berger wehrte sich anfänglich gegen die Forderung, zahlte den Betrag aber trotzdem ein, um der Betreibung ein Ende zu ­setzen. Er versuchte dann im Nachhinein, die Prämie wieder zurückzufordern: Weil er sie nur unter Zwang bezahlt habe. Seine ­Argumentation ist verständlich. [...]

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