Einseitige Ausbildung der Gutachter

plädoyer 4/14 vom | aktualisiert am

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Arztgutachten entscheiden den Ausgang vieler Gerichtsverfahren. Umso wichtiger ist die Unabhängigkeit der Experten. Doch damit hapert es: Die Gutachter bildet ein Verein mit besten Beziehungen zur Versicherungswirtschaft aus.

Gutachter: Blick der Versicherungen dominiert die Ausbildung (Bild: Fotolia)

Gutachter: Blick der Versicherungen dominiert die Ausbildung (Bild: Fotolia)

Die Versicherungsmedizin wird in der Schweiz immer bedeutender. Neben Gutachten im Rahmen von Sozialversicherungsverfahren erstellen Versicherungsmediziner auch vermehrt Gutachten für Privatversicherer. Gutachter gelten immer mehr als die heimlichen Herren des Gerichtsverfahrens, wenn die Gesundheit und Erwerbsfähigkeit zwischen Versicherungen und Verunfallten und Erkrankten zu beurteilen ist. Ihre Befunde sollten deshalb unparteiisch ausfallen und hohen Qualitätsmassstäben genügen. Doch der Luzerner Rechtsanwalt Christian Haag kritisiert: «Inhaltlich falsche und vor allem einseitige Gutachten führen oft dazu, dass Geschädigte ihre Ansprüche verlieren.» Den Richtern und Anwälten fehle das medizinische Fachwissen, um inhaltliche Fehler eines mehrseitigen, formell korrekt scheinenden Gutachtens zu erkennen. Deshalb würden die Richter bei Fragen zur Erwerbs­tätigkeit oder zum Schaden immer auf die Gutachten der Mediziner abstellen. «Die meisten Fälle werden schon auf der medizinischen Ebene entschieden», so die Erfahrung von Haag. Und der Entscheid falle «mehrheitlich zugunsten der Versicherung» aus, präzisiert Holger Hügel, soeben vom Schweizerischen Anwaltsverband als 500. Fachanwalt ausgezeichnet. [...]

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