Heimlich mit dem Kind in die Schweiz

plädoyer 06/2018 vom

von

Haager Rückführungen · Peter Diggelmann, Vorsitzender der II. Zivilkammer am Obergericht des Kantons Zürich, über seine Erfahrungen bei Fällen von Kindesrückführungen ins Ausland.

Kindesentführungen durch einen Elternteil: Das Zürcher Obergericht ordnete seit 2010 23 Rückführungen an (Bild: BLEND IMAGES /ALAMY)

Kindesentführungen durch einen Elternteil: Das Zürcher Obergericht ordnete seit 2010 23 Rückführungen an (Bild: BLEND IMAGES /ALAMY)

plädoyer: Im «International Family Law Journal» 3/2018 vertreten Sie die These, das Kindeswohl stehe bei internationalen Kindesrück­führungen nicht im Vordergrund. Widerspricht diese Auffassung nicht dem Haager Übereinkommen?

Peter Diggelmann: Ich äusserte mich absichtlich provokativ. Kinder sind verletzlich, man muss ­ihnen besonders Sorge tragen. Selbstverständlich gilt das uneingeschränkt auch im Bereich des Haager Übereinkommens. Ich  wollte etwas anderes zum Ausdruck bringen: Es ist ein erklärtes Ziel dieses Abkommens, dass ein Kind, das widerrechtlich in einen anderen Staat verbracht wurde, sofort zurück ins Herkunftsland geführt wird. Dabei geht es in erster Linie darum, dass zerstrittene Eltern ihre Kinder nicht als Werkzeug benutzen. Sie dürfen die Zuständigkeit der Kindesschutz- und Familienrechtsbehörde nicht unterlaufen. Ob es dem Kind beim entführenden oder beim zurückgelassenen Elternteil «wohler» ist, ist zunächst nicht die Fragestellung.

plädoyer: Es geht also bei der Anwendung des ­Abkommens nur darum, die Sache dem zuständigen Richter zu unterbreiten? [...]

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