In Gefahr: Abdelmoniem Adam Mohamed, Sudan

plädoyer 3/14 vom

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Abdelmoniem Adam Mohamed ist Anwalt und Menschenrechtsaktivist. Er arbeitet und lebt in Khartoum. Aufgewachsen ist er in der Region White Nile State. Er hat an der Al-Imam Al-Mahdi Universität in der sudanesischen Stadt Kosti Jus studiert, bevor er mit seiner Familie nach Khartoum zog. Dort engagiert er sich freiwillig als Rechtsberater für ­Studenten und Aktivisten.

Zwischen dem 12. und dem 20. März sind in Khartoum nach einer Demonstration gegen die Gewalt in Darfur über hundert Studenten der Universität Khartoum festgenommen worden. Viele von ihnen befinden sich noch heute ohne Anklage in Haft. Die Polizei ­löste die Demonstration unter dem Einsatz von scharfer Munition auf. Ein Student erlag im Krankenhaus den Schusswunden. An der Beerdigung nahmen um die tausend Personen teil. Die ­Polizei setzte gegen die Trauernden Tränengas ein, als Parolen gegen die Regierung skandiert wurden.

Am 13. März wurde Mohamed in seinem Büro im Zentrum von Khartoum im Zuge einer Aktion des sudanesischen Geheimdienstes verhaftet. In den Tagen vor seiner Verhaftung suchte er Polizeiwachen auf, um verschwundene Studenten ausfindig zu machen. Der Anwalt erkundigte sich bei den Behörden nach den Haftorten und forderte faire Verfahren.

Es ist zu befürchten, dass Verhaftete gefoltert ­werden. Amnesty International fordert, dass alle Gefangenen entweder einer erkennbaren strafbaren Handlung angeklagt und in einem fairen Verfahren vor Gericht gestellt oder umgehend entlassen werden. Abdelmoniem Adam Mohamed wurde am 8. April freigelassen. Wegen seines Einsatzes für Demonstrierende besteht jedoch weiterhin die Gefahr, dass er in Gefahr ist und wieder verhaftet werden könnte.   

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