“Selbständig denken statt Wissen ablernen”

plädoyer 03/2017 vom

von

Universitätsbetrieb · Marcel Senn kritisiert, das Bologna-System habe zu «Bulimie-Lernen» bei den Studenten geführt. Und die Finanzierung der Wissenschaft durch Private stehe im Widerspruch zur Freiheit von Forschung und Lehre.

Marcel Senn: «Geld sollte nicht unbedingt auch die Wissenschaft regieren» (Bild: DOMINIQUE SCHÜTZ)

Marcel Senn: «Geld sollte nicht unbedingt auch die Wissenschaft regieren» (Bild: DOMINIQUE SCHÜTZ)

plädoyer: Marcel Senn, in Ihrem aktuellen Buch «Rechtsphilosophisches und rechts­historisches Selbstverständnis im Wandel» bezeichnen Sie die Finanzierung der Universitäten durch Private als eines der grossen Probleme der Gegenwart. Weshalb?

Marcel Senn: Wenn Geld die Welt regiert, sollte dies nicht unbedingt auch für die Wissenschaft gelten. Wissenschaft muss unabhängige, unbeeinflusste Einsichten und Erkenntnisse verschaffen – nicht interessengesteuerte Informationen liefern. 

Lassen sich die Professoren so leicht kaufen?

Ich hatte vor einigen Monaten Einblick in Dokumente, die mir Radio SRF zur Verfügung gestellt hatte. Laut diesen Dokumenten können an einigen Schweizer Hochschulen Unternehmen im Forschungsbereich bei der Auswahl von Themen, Personen und bei deren Evaluation, ja sogar bei der Verlängerung der Anstellung und bei der Publikation je nach Vertrag mitreden. Das geht meines Erachtens gar nicht! Das steht im Widerspruch zur Freiheit von Forschung und Lehre im Sinn ­eines aufgeklärten und liberalen Verständnisses sowie zu  den rechtlichen Garantien. Stellen Sie sich vor, solche Verträge würden auch bald international ausgerichtet werden und hiesige Forschung würde dem Diktat des globalen Kapitals ausgesetzt. [...]

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