Staatsanwälte ohne Jus-Studium

plädoyer 04/2018 vom

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Staatsanwaltschaft · In den meisten Straffällen ist der Staatsanwalt Ermittler, Strafverfolger und Richter zugleich. Einige Kantone setzen für diese Tätigkeit keinen Studienabschluss voraus. Das zeigt eine Umfrage von plädoyer.

Studium: Für Staatsanwälte nicht in allen Kantonen zwingend (Bild: KEYSTONE)

Studium: Für Staatsanwälte nicht in allen Kantonen zwingend (Bild: KEYSTONE)

Der Luzerner Rechtsanwalt Marc Kaeslin plädierte am 31. August vor dem Kriminalgericht des ­Kantons Luzern – und wurde deutlich: «Ihre Ausbildung in ­Ihrer Funktion als Staatsanwältin ist vergleichbar mit einem Velomechaniker, der als operierender Arzt tätig ist.» Die Rede war von der Luzerner Staatsanwältin ­Anita Schacher. Sie habe weder eine Vorlesung in Jurisprudenz besucht noch einen entsprechenden Studienabschluss erlangt und erfülle «somit die Wählbarkeitsvoraus­setzungen an eine Staatsanwältin nicht», stellte Kaeslin fest. Die «rechtsungelehrte Staatsanwältin» sei kaufmännisch und treuhänderisch ausgebildet und ­damit für die Tätigkeit als Staatsanwältin «inkompetent». So Kaeslin wörtlich vor dem Kriminal­gericht.

Für diese Aussage disziplinierte ihn die Aufsichtsbehörde über die Rechtsanwälte des Kantons Luzern mit 500 Franken Busse. Kaeslin habe Staatsanwältin Schacher «herabwürdigend» behandelt und damit gegen die Berufsregeln verstossen (Artikel 12 BGFA). 

Anwalt Kaeslin zog gegen diesen Entscheid vor Bundesgericht – jedoch mit mässigem Erfolg. ­Seine Kritik sei zwar richtig, aber «übertrieben», beschieden ihm die Richter in Lausanne (2C_907/2017 vom 13. [...]

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