Zwei bis drei Master auf einen Streich

plädoyer 2/14 vom | aktualisiert am

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Karriere · An den Universitäten Basel und Zürich können die Studenten im Rahmen des Masterstudiums gleich noch den LL.M. einer ausländischen Partner-Uni ­erwerben.

Seit dem Herbstsemester 2009 ist es an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich möglich, Doppelmasterprogramme zu absolvieren, um so zwei Abschlüsse zu erhalten: den MLaw und den LL.M. Laut Dekan Christian Schwarzenegger sind diese Doppelmasterprogramme sehr beliebt. 2009 hätten 25 Studenten ein solches Programm in Angriff genommen, vier Jahre später bereits 39.

Zurzeit bietet die Universität Zürich fünf Double-Degree-­Abkommen mit den Rechts­fakultäten folgender Universitäten an: dem King’s College London, der Universität Maastricht, der Universität Hongkong, der Universität Strassburg und der Berkeley School of Law an der University of California. Bei den Zürcher Studenten sind das King’s College London, die Universität Maastricht sowie die Universität Hongkong laut Schwarzenegger am beliebtesten.

Zürich: 30 Kreditpunkte für den zweiten Master

Das Doppelmasterprogramm soll in Zukunft weiter ausgebaut werden: Abkommen mit den ­juristischen Fakultäten der Katholischen Universität Leuven in Belgien und der Doshisha-Universität in Kyoto (Japan) seien unterschriftsbereit. Weitere Verträge mit Rechtsfakultäten in Australien und China seien in Vorbereitung. Für einen gewöhnlichen Master of Law müssen Studenten 90 ECTS-Credits sammeln. Ein Double-Degree- Masterstudium verlangt ein Pensum von 120 ECTS-Credits. Es dauert in der Regel vier Semester, wobei die künftigen Juristen die ersten zwei Semester ihres Masterstudiums an der Universität Zürich und die letzten beiden Semester an der Partnerfakultät studieren. Die Studienzeit an der Berkeley School of Law beschränkt sich auf ein Studien­programm von jeweils zehn ­Wochen in zwei aufeinander­folgenden Sommern.

Die Zulassungsvoraussetzungen und die verfügbare Anzahl Studienplätze variieren je nach Partnerfakultät. Für ­einen Studienplatz am King’s College London werden ein Bachelor­abschluss mit der Note 5 oder höher respektive eine Note von 4,8 und besondere Zusatzqua­lifikationen sowie ein Sprachnachweis verlangt. An der Universität Strassburg sind ledig­lich vier Studienplätze zu vergeben. Für die Universität Maast­richt wiederum bestehen weder ­besondere Zulassungskriterien noch eine Studienplatzbeschränkung.

Die Juristische Fakultät der Universität Basel bietet seit 2006 zusammen mit der Albrecht-Ludwigs-Universität in Freiburg im Breisgau und der Universität Strassburg einen trinationalen juristischen Masterstudiengang, den sogenannten Eucor-Master, an. Laut Patrick Ebnöther von der Universität Basel waren im letzten Herbstsemester neun in Basel immatrikulierte Studenten im Eucor-Masterstudium eingeschrieben.

Basel: LL.M. und Master Droit et études européennes

Studenten, die in der Schweiz ihren Bachelor of Law erlangten, sind direkt zum Eucor-Master ­zugelassen. Dafür müssen sie an den drei Partner­fakultäten eine ­bestimmte Anzahl von Kreditpunkten erwerben: mindestens 30 ECTS-Credits an beiden Partneruniversitäten zusammen und mindestens 30 ECTS-Credits an der Universität Basel. Ein Eucor-Masterstudium umfasst 90 ECTS-Credits und dauert in der Regel drei Semester. Für ein bestandenes Eucor-Masterstudium erhalten die Absolventen von allen drei beteiligten Universitäten ein Master-Diplom – den MLaw (Basel), den LL.M. (Freiburg) und den Master Droit et études européennes (Strassburg).

Sowohl das Zürcher Doppelmasterprogramm als auch der ­Basler Eucor-Master haben zahlreiche Vorteile: Neben der Verbesserung in einer Fremdsprache und den Kenntnissen einer anderen Rechtsordnung ist der Erwerb des LL.M. im Rahmen des Master­studiums deutlich günstiger als bei einem späteren Nachdiplomstudium. Dafür muss an US-Universitäten mit Studiengebühren von bis zu 45 000 Franken gerechnet werden.
 

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