Der ehemalige Tessiner Staats­anwalt Dick Marty sass 16 Jahre im Stände- und 13 Jahre im ­Europarat, wo er Vorsitzender des Rechtsausschusses war. In dessen Auftrag untersuchte er die ­Geheimgefängnisse der CIA in Europa und die organisierten Verbrechen im Kosovo. Die ­letzten beiden Jahre vor seinem Tod im Jahr 2023 konnte er sein Haus nicht mehr ohne Polizei­schutz verlassen, nachdem versucht worden war, ein Attentat auf ihn zu verüben.

Marty ­blickte hinter die ­Fassade des Rechtsstaata und stellte fest: Regierungen ­haben kein Interesse an der Wahrheitsfindung – zum Nachteil von Demokratie und Rechtsstaat. Die Staatslenker tun alles, um sich an der Macht zu halten. «Es werden immer tausend Gründe angeführt, um die Stimme der Wahrheit zum Schweigen zu bringen.» 

Bewertung: Erhellende Lektüre, erleichtert das Verständnis auch der aktuellen Politik. 

Dick Marty
Furchtlose Wahrheiten – ­Betrachtungen eines Staats­anwalts unter Personenschutz
Rotpunktverlag, Zürich 2024
207 Seiten, Fr. 24.40