Der Titel ist Programm. Die ­Autoren identifizieren zwei grundverschiedene Staatsideale. Beim ersten ist das von Volk und Parlament gesetzte Recht massgebend. Dem steht der Richterstaat gegenüber. Hier ist das Gesetz nur eine von mehreren Leitplanken. 

Die Autoren befürworten eine strenge Befolgung des vom ­Gesetzgeber erlassenen Rechts. Die zentrale Aufgabe der Ge­richte liege darin, die Gesetze ­anzuwenden und nicht zu hinterfragen. Das Buch lebt von vielen Beispielen aus dem west­lichen Kulturraum. Thema sind etwa Sklaverei- und Abtreibungsverbote, Minderheitenschutz, das Spannungsfeld zwischen staatlichen Schutzpflichten und Freiheitsrechten und immer ­wieder ­völkerrechtliche Pflichten, die das Spannungsverhältnis noch ­einmal aufzeigen.

Bewertung: Eine wertvolle ­Inspirationsquelle zu einem ­aktuellen Thema. 

Luc Gonin, Hansjörg Seiler 
Gesetzgebungsstaat vs. Richterstaat – Unter Einbezug des Völkerrechts
Stämpfli, Bern 2025
208 Seiten, Fr. 39.–