Das Beschleunigungsgebot im Schweizer Strafprozessrecht verlangt, dass Strafverfahren bei Untersuchungshaft so rasch wie möglich geführt ­werden, um die Freiheitsbeschränkung auf das notwendige Minimum zu begrenzen. 

Der Autor analysiert die Rechtsprechung des Euro­päi­schen Gerichtshofs für Menschenrechte und des Bundes­gerichts. Er weist er­hebliche formale und inhaltliche Defizite bei den Massstäben der ­Beurteilung nach. 

Zudem seien die angewandten Prüfkriterien beider Ge­richte in ihrer Grundkonzeption teilweise verfehlt. Die Haft­entlassungspraxis des Bundes­gerichts sei viel zu restriktiv, ­weshalb das Beschleunigungs­gebot seine eigentlich angestrebte haftbeschränkende Wirkung nicht entfalten könne. 

Bewertung: Fundierte Analyse, die der Praxis viel Nutzen bringen kann. 

Simon Huwiler 
Das Beschleunigungsgebot in Haftsachen im schweizerischen Strafprozessrecht
Stämpfli, Bern 2025
328 Seiten, Fr. 135.–