Die Autoren zeigen auf, wo das internationale Völkerstrafrecht an seine Grenzen stösst, wenn es um koloniale Verbrechen geht, und wo es selbst koloniale Züge trägt. Der erste Beitrag widmet sich der Universalität der Menschenrechte und dem Vorwurf des eurozentristischen Hintergrunds. In einem weiteren Beitrag geht es um die kolonialen Verbrechen der Deutschen in Namibia. Der Beitrag bespricht den Grundsatz der Intertemporalität. Demnach wird ein historischer Sachverhalt nach den ­damaligen Gesetzen beurteilt. 

Weitere Aufsätze handeln von Reparationen oder der Kritik ­afrikanischer Staaten am Internationalen Strafgerichtshof. Die Autoren liefern auch Lösungs­ansätze, wie die Spannungsfelder zwischen Völkerstrafrecht und postkolonialer Theorie gelindert werden können.

Bewertung: Lehrreicher Band zum internationalen Strafrecht. 

Markus Abraham, Georgia Stefanopoulou (Hrsg.)
Postkoloniales Völkerstrafrecht? Herausforderungen des Inter­nationalen Strafrechts durch die postkoloniale Theorie
Dike, Zürich 2025
202 Seiten, Fr. 82.–