Ali Wazir ist seit Jahren in Pakistan Ziel von staat­lichen Repressionen. Der Menschenrechtsanwalt und ­Politiker setzt sich gegen aussergerichtliche ­Hin­richtungen, gegen gewaltsames Verschwinden­lassen von Menschen und gegen die Diskriminierung der pasch­tunischen Minderheit ein. Dafür zahlt er ­einen hohen Preis.

Am 16. März wurde Ali Wazir in Hyderabad unter Terrorismusvorwürfen festgenommen – nur Stunden nachdem er in einem anderen Verfahren gegen ­Kaution freigelassen worden war. Seitdem ist er im Bezirksgefängnis Dadu inhaftiert. Es laufen zwei Strafverfahren gegen ihn, weil er angeblich zu «Hass» und «Aufruhr» gegen staatliche Einrichtungen angestiftet haben soll.

Dieses Vorgehen folgt einem bekannten Muster: Seit 2020 wurde Ali Wazir mit einer Vielzahl unbegründeter Anklagen überzogen und immer wieder willkürlich inhaftiert – ganz offensichtlich mit dem Ziel, ihn zum Schweigen zu bringen. Ali Wazir ist ein ehemaliges Mitglied der Opposition der ­pakistanischen Nationalversammlung und Anführer der Paschtunischen Tahafuz-Bewegung, einer ­Bürgerrechtsbewegung aus der Provinz Khyber Pakhtunkhwa, die sich gegen die Gewalt an der ­ethnischen Minderheit der Paschtunen einsetzt.

Ali Wazir leidet an Diabetes sowie an Blutdruck- und Herzproblemen. Nach Angaben seiner Anwälte hat sich sein Sehvermögen wegen unzureichender medizinischer Versorgung im Gefängnis deutlich ­verschlechtert. Zugleich wurde ihm zeitweise der ­Zugang zu rechtlichem Beistand verwehrt, was ­einen klaren Verstoss gegen das Recht auf ein faires Verfahren darstellt.

Amnesty International fordert die pakistanischen Behörden auf, Ali Wazir unverzüglich freizulassen, alle unbegründeten Anklagen fallen zu lassen und sein Recht auf Gesundheit, Freiheit und Meinungs­äusserung zu achten.