Die pakistanische Anwältin Imaan Mazari äusserte in den letzten fünf Jahren auf der Social-Media-Plattform X wiederholt ihre Solidarität mit belutschischen und paschtunischen Aktivistinnen und Aktivisten und kritisierte das pakistanische Militär. Ihr Ehemann Hadi Ali Chattha, ebenfalls Anwalt, teilte die Beiträge.

Das hatte Folgen. Die pakistanischen Strafverfolger eröffneten im vergangenen Jahr ein Strafverfahren. Am 23. Januar fand die Verhandlung vor dem Bezirks­gericht in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad statt. Das Paar wurde schon auf dem Weg zum ­Gericht festgenommen. Augenzeugen berichteten von unnötiger Gewaltanwendung durch die Straf­verfolgungsbehörden während der Festnahme. Das Gericht verurteilte die beiden Menschenrechtsverteidiger am nächsten Tag wegen «Cyberterrorismus» und «Falschinformationen» zu zehn Jahren Haft. Beide befinden sich seither im Adiala-Gefängnis in Rawalpindi in der Nähe der pakistanischen Hauptstadt Islamabad.

Der Prozess gegen die beiden Anwälte wurde mit ungewöhnlicher Eile durchgeführt, das Recht auf einen fairen Prozess mehrfach verletzt. Etwa, indem die von den Beschuldigten genannten Zeugen nicht vorgeladen wurden. Das Gericht verkündete ihre Verurteilung, während noch ein Ausstandsgesuch gegen den vor­sitzenden Richter wegen Befangenheit hängig war.

Imaan Mazari und Hadi Ali Chattha vertreten die Rechte zahlreicher Journalisten, Aktivisten und Opfer von Verschleppungen. Die Instrumentalisierung von Strafverfahren, um friedliche Dissidenten zum Schweigen zu bringen und zu kriminalisieren, stellt ­einen klaren Verstoss gegen die Verpflichtungen ­Pakistans gemäss den internationalen Menschenrechtsgesetzen dar. Imaan Mazari und Hadi Ali ­Chattha werden ausschliesslich wegen ihres ­Engagements und ihrer Arbeit zur Verteidigung der Menschenrechte in ihrem Land verfolgt.