Berkeley – das klingt nach sonnendurchfluteten Alleen, nach liberalem Geist und nach akademischer Weltklasse. Ich absolvierte von Mai bis August an der UC Berkeley den Executive Track des LL.M.-Programms, der sich über zwei Sommer erstreckt. Dieses Jahr schliesse ich den ersten Teil des Studiums ab.
Der Campus ist weitläufig, von altehrwürdigen Bäumen durchzogen und voller lebendiger Energie. Besonders gefallen mir die kleinen Cafés und Take-aways, die die Strassen rund um die Universität säumen – und natürlich der Blick auf die Bucht von San Francisco. Das Städtchen Berkeley selbst ist ein bunter Mikrokosmos: vielfältig, offen und herzlich.
Der Studienalltag ist fordernd, aber sehr bereichernd. Ich besuche verschiedene Kurse, unter anderem Venture Capital, Fundamentals of US Law und Business Associations. Die Inhalte sind spannend, praxisnah und regen mich dazu an, bekannte Rechtsdogmen neu zu denken. Besonders schätze ich die sokratische Methode, die hier konsequent gelebt wird: kein Frontalunterricht, sondern ständiges Hinterfragen, Widersprechen und gemeinsames Denken.
Es wird nicht erwartet, dass man stumm mitschreibt – sondern dass man sich einbringt, Stellung bezieht und die eigene Meinung auf den Prüfstand stellt. Die Dozentinnen und Dozenten sind engagiert, anspruchsvoll und schaffen es, theoretische Grundlagen mit praktischen Fallbeispielen zu verknüpfen. Besonders beeindruckt bin ich von der Art, wie sie uns Studenten zum Mitdenken anspornen – humorvoll, direkt und mit einer bewundernswerten Leichtigkeit.
Berkeley ist auch ausserhalb des Hörsaals ein Erlebnis. Die Stadt lebt von den vielen Studentinnen und Studenten aus aller Welt und vom regen Austausch. Am Wochenende zieht es mich oft in die Mammutbaumwälder des Muir Woods oder nach San Francisco – die Golden Gate Bridge bei Sonnenuntergang bleibt jedes Mal ein magischer Anblick. Der Blick in die Schweizer Heimat bleibt dabei wach. Es ist spannend, die eigene Rechtskultur aus Distanz zu betrachten und umgekehrt die Eigenheiten des US-Systems mit frischem Blick zu entdecken. Berkeley ist für mich ein Ort des Lernens, der Begegnungen und der Horizonterweiterung.

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