Ein Forschungsaufenthalt am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg ermöglichte mir die vertiefte Auseinandersetzung mit meinem Dissertationsthema «Die Rechtsgemeinschaft als Inhaberin einer Stockwerkeigentumseinheit». Finanziert wurde mein Aufenthalt durch einen Mobilitätsbeitrag der Universität Luzern.
Das Institut liegt in Gehdistanz vom Bahnhof Dammtor. Es besticht durch seine einzigartige Bibliothek, mit knapp 550'000 Bänden die zweitgrösste Privatrechtsbibliothek der Welt. Auch die Dienstleistungsbereitschaft der Bibliotheksmitarbeiter beeindruckte mich positiv. Ich schätzte das Privileg, die hervorragende Infrastruktur am Institut kostenlos nutzen zu dürfen.
Ich kam während meines Studiums nicht in den Genuss eines Auslandssemesters. Deshalb reizte es mich umso mehr, die zentralen Fragen meiner Dissertation aus einer rechtsvergleichenden Perspektive zu untersuchen. Für mein Thema konsultierte ich insbesondere die deutsche, österreichische sowie französische Rechtsprechung und Literatur und befasste mich auch mit römischen Quellen.
Der Alltag am Institut lebt vom ständigen Austausch mit den Angestellten und den Gästen aus aller Welt. Der Dialog mit deutschen, österreichischen, niederländischen und türkischen Gastforschern erlaubte mir einen Einblick in die Eigenheiten der jeweiligen Rechtsordnungen und der Universitätssysteme.
Daneben bietet das Institut spannende Vorträge, etwa zum italienischen Erbrecht, zum belgischen Haftpflichtrecht oder zum südafrikanischen Vertragsrecht. Auch wenn diese thematisch teilweise nur wenig mit meiner Dissertation zu tun hatten, halfen sie mir dennoch bei der Präzisierung meiner juristischen Argumentation. Dies ist vor allem auf die im Vergleich zur Schweiz wesentlich angeregtere Diskussionskultur zurückzuführen.
Durch die vielen, in der Schweiz teilweise nicht greifbaren Quellen eröffneten sich fast täglich unerwartete, neue Fragestellungen, die zu einer stetigen Reflexion über meine bisherigen Thesen führten.
Zur Person
Jonas Wolfisberg, 25, ist wissenschaftlicher Assistent an der Universität Luzern sowie Rechtsanwalt und Notar in Sarnen OW. Für sein Dissertationsprojekt verbrachte er drei Monate am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg.


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