Sichere und von den USA unabhängige Kommuni­kation ist wichtiger denn je: Das erlebte Ende Mai der Chef­ankläger des Internatio­nalen Strafgerichtshofs in Den Haag, Karim Khan. Sein Zugang zu ­seinem Microsoft-Konto ­wurde gesperrt, nachdem der Haft­­befehl des Gerichts gegen den ­israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu ergangen war (plädoyer 2/2025).

Es gibt Alternativen zu Software aus den USA: Schweizer Programme. Das Genfer Unternehmen Proton zum Beispiel bietet ein E-Mail-Konto an, das unabhängig von ausländischen poli­tischen Entscheidungen funk­tioniert. Die Programme sind überprüfbar (open source). Nachrichten mit externen E-Mail-­Adressen sind zwar grundsätzlich unverschlüsselt. Eine verschlüsselte Kommunikation ist jedoch möglich. Proton kann kostenlos genutzt werden, wenn man nur eine E-Mail-Adresse braucht  und ­einen Speicher von maximal 1 Gigabyte. Die Preise für Unter­nehmen starten bei 7 Franken pro Monat.

Eine konsequente Verschlüsselung bietet die Messenger-App Threema. Sie lässt sich auch auf dem Computer nutzen und kann so Dokumente sicher verschicken. Nachteil: Das funktioniert nur, wenn beide Seiten die App auf dem Handy installieren. Threema kostet für Private einmalig 6 Franken. Für Unternehmen beginnen die Preise bei 3 Franken pro Monat und Nutzer.