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Auf dem Weg ins Restaurant Odeon in Zürich wird er von Passanten herzlich mit Namen gegrüsst. «Nicht nur ich, auch die Öffentlichkeit brauchte Zeit, diesen heftigen Sturm gegen mich zu verarbeiten», kommentiert Michael Lauber lachend. Er spielt damit auf sein Ausscheiden als Bundesanwalt an – ausgelöst durch seine nicht protokollierten Treffen mit Fifa-Präsident Gianni Infantino.
Im Sommer 2020 trat Lauber schliesslich unter massivem politischem Druck zurück. «Fussball ist ein emotionales Thema, Korruption sowieso.» Komme beides zusammen, werde es auf allen Ebenen superemotional.
Rückblickend würde er alle Gespräche mit den Verfahrensparteien protokollieren, sagt Lauber. Und schiebt nach: «Auch wenn es wenig Sinn ergibt, Protokolle, um der Protokolle Willen zu erstellen.» Denn Protokolle könne man immer so schreiben, dass sie passen würden.
Aber heute schaut der 59-Jährige vorwärts. Seit Anfang Jahr arbeitet er in einem 30-Prozent-Pensum bei der Christkatholischen Kirche Schweiz. Diese Tätigkeit habe zwar eine spirituelle Dimension, seine Aufgabe aber auch einen rechtlichen Kern. «Es geht um Prävention, um die Bekämpfung von Missbrauch und um eine stetige Verbesserung der Kommuni-kationsstrategien», erklärt Lauber, der als Sohn eines Pfarrers und einer Mathematikerin in einem Haushalt aufgewachsen ist, in dem Glaube und Zahlen einander die Hand reichten.
So vereint Michael Lauber heute sein «sinnstiftendes» Engagement in der kleinsten Landeskirche der Schweiz mit der Beratung von Privatpersonen, Unternehmen und Behörden, die in rechtlichen Turbulenzen und Krisenzeiten seinen Rat suchen.
Er selbst findet Rat in Büchern: Aktuell stehen Werke von Susan Sontag, Hannah Arendt oder Karl Jaspers auf seiner Leseliste. Kürzeren Lesestoff findet er im US-amerikanischen Magazin «Foreign Affairs».

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