Abstimmungen:  Auch Computer irren sich

plädoyer 02/2015 vom

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Volksabstimmung · Seit letztem Jahr zählen bei Abstimmungen in der Stadt Bern zwei Scanner die ­Stimmzettel. Ein unabhängiger Informatikingenieur stellte bei einer Stichprobe mehrere Fehler fest. Die Stadt Bern hält trotzdem am neuen Zählsystem fest.

Markus Kühni, Informatikingenieur aus Bern, hat wenig Vertrauen in die elektronische Auszählung der Stimmzettel: «Das effektive Erkennen und das Zählen der Stimmen findet innerhalb einer Blackbox statt. Die Bürger müssen darauf vertrauen, dass weder Softwarehersteller oder -lieferanten noch irgendwelche Leute in den Wahlbehörden, noch Dritte – etwa Hacker – das System manipuliert haben.»  Im Mai 2013 hatte sich die Regierung der Stadt Bern für den Einsatz der Scanner ausgesprochen, im Dezember gab die Bundeskanzlei grünes Licht.

Am 9. Februar 2014 kritisierte der engagierte Informatikingenieur in einem offenen Brief «die fehlenden Kontrollmöglichkeiten von aussen». Das Zusammenzählen der Stimmen gemäss Betriebskonzept sei völlig ungeschützt und unkontrollierbar. Um den Kritiker zu besänftigen und ihm die Vorteile des elektronischen Auszählens zu zeigen, lud ihn die Stadt Bern bei der Gripen-Abstimmung zu einer Besichtigung in den Erlacherhof ein, den Sitz der Berner  Stadtregierung.  Der 45-Jährige war nachher alles andere als überzeugt. Er stellte fest, dass Scanner und Software Mängel aufwiesen.

Fehlerhafte Software, falsche Scannereinstellung

Nach der elektronischen Auszählung wurden pro Zählkreis einmal zehn aufeinanderfolgende Zettel manuell ausgezählt und mit dem elektronischen Auszug verglichen. [...]

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