Aufgefallen

plädoyer 05/2017 vom

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Max Bleuler, 71, Rechtsanwalt in Zürich, erntete höchstrichterliche Kritik an seiner Tätigkeit als amtlicher Verteidiger. Das Bundesgericht kam zum Schluss, dass er schon vom erstinstanzlichen Gericht hätte entlassen werden müssen. 

Sein Vorgehen sei «in mehr­facher Hinsicht problematisch» ­gewesen (BGer 6B_212/2017 vom 4. August 2017). Anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Zürich hatte Bleuler für die Angeklagte einen Schuldspruch und die Anordnung einer ambulanten Massnahme beantragt, obwohl der erbetene Verteidiger und auch die Angeklagte persönlich einen Freispruch beantragt hatten. Schon vorher reagierte Bleuler in einer Eingabe auf Beweisanträge des erbetenen Verteidigers mit einer unaufgeforderten ­Eingabe. Darin kritisierte der amtliche Verteidiger die von ihm vertretene Beschuldigte: Die Tendenz ihrer Beweisanträge sage etwas aus über ihre Persönlichkeit, ­insbesondere «über ihre innere Einstellung», gegenüber dem Strafverfahren. 

Das Bundesgericht bezeichnete das Verhalten Bleulers als «klar im Widerspruch zu den Pflichten des amtlichen Verteidigers». Der Zürcher Anwalt wollte auf Anfrage von plädoyer zu den Vorwürfen nicht Stellung nehmen. 

Margrit Weber-Scherrer, 59, Rechtsanwältin in Zürich, muss sich ab und zu mit brisanten Rechtsproblemen beschäftigen. [...]

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