Was macht eigentlich Peter Aebersold?

plädoyer 06/2018 vom

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Es herrscht Aufbruchstimmung, als Peter Aebersold in den frühen 1960er Jahren sein Rechtsstudium an der Uni Basel aufnimmt. Eine Lust am Verändern und Modernisieren, ein Bestreben nach mehr Gerechtigkeit prägen den Studenten, der sich schon früh sozial engagiert – parallel zu Ausbildung und Arbeit. Aebersold, heute 75 Jahre alt, promovierte 1970 bei Günter Stratenwerth und startete bei ihm als Assistent eine universitäre Karriere, die erst diesen Sommer endete. Er sei froh, sagt er, dass er noch lange nach seiner Emeritierung an der Uni Basel die Lehrtätigkeit habe aufrechterhalten können. 

An den Universitäten Bern und Luzern lehrte er ­danach auf Masterstufe die Fächer Jugendstrafrecht und Strafvollzugsrecht – in diesen Rechtsgebieten hat er sich den Ruf eines kritischen, aber stets ­diskussionsbereiten und sachlich argumentierenden ­Experten erworben. Genauso wichtig war ihm jedoch der Umgang mit den Studierenden. Er habe nie ­Routine befürchten oder sich vor Wiederholungen ­hüten müssen, sagt Peter Aebersold – nicht in einem Rechtsgebiet, in dem sich die Gesetzesänderungen förmlich überschlagen. Über diese gesetzgeberische Hektik kann der emeritierte Professor nur den Kopf schütteln.

Nicht, dass er sich gegen Änderungen wehren ­würde. Peter Aebersold gehörte zu den Ersten in der Schweiz, die eine elektronische Überwachung als ­Ersatz für kurze Freiheitsstrafen propagierten – das Anliegen ist Anfang dieses Jahres in Artikel 79b des Strafgesetzbuchs umgesetzt worden. Mit viel Herzblut und Engagement setzt sich der 75-Jährige aber auch für den Verein Surprise ein, der ­nächstes Jahr 20 Jahre alt wird. Aebersold ist seit 19 Jahren mit an Bord, von 2009 bis 2016 als Präsident. Sur­prise gibt unter anderem das gleichnamige Strassen­magazin heraus. Zum Glück stehe der Verein heute auf ­stabilen Füssen und habe die ärgsten Krisen – hoffentlich! – überstanden.

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