Verlustschein: Schweiz kennt kein Erbarmen

plädoyer 05/2018 vom

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Schulden · Beinahe überall in Europa können sich mittellose Menschen von Schulden befreien. In der Schweiz besteht diese Möglichkeit nicht. Das soll sich nun ändern.

Schweiz als Insel: Länder in Grün kennen eine Restschuldbefreiung (Bild: QUELLE: JAN-OCKO HEUER, HUMBOLDT-UNIVERSITÄT BERLIN)

Schweiz als Insel: Länder in Grün kennen eine Restschuldbefreiung (Bild: QUELLE: JAN-OCKO HEUER, HUMBOLDT-UNIVERSITÄT BERLIN)

Überschuldete Privatpersonen erhalten in der Schweiz keine zweite Chance. Denn im Unterschied zum Unternehmenskonkurs befreit der Privatkonkurs nicht von allen Schulden. Sie bleiben mindestens 20 Jahre lang in Form von Verlustscheinen bestehen. Sie ­können jederzeit von den Gläubigern mit einer Betreibung wieder eingefordert werden. Stellt sich heraus, dass der Schuldner zu neuem Vermögen gekommen ist, muss er zahlen (siehe Unten). 

Anders im Ausland. Beinahe überall in Europa können sich ­Privatpersonen von Schulden befreien.  «Nur in wenigen Balkanländern sowie in Moldawien, Weissrussland und in der Ukraine fehlt ein solches  Verfahren», sagt Jan-Ocko Heuer, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Humboldt-Universität in Berlin. Heuer befasst sich in seiner Forschung seit vielen Jahren mit Entschuldungsverfahren in Europa.

Die Entschuldungsverfahren sind sehr verschieden:

Am schnellsten ermöglicht England eine Restschuldbefreiung, nämlich innerhalb eines Jahres, sofern der Schuldner wenig Einkommen und Vermögen hat. [...]

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